Glühender Filmtipp

Habe jetzt binnen einer Woche zwei Mal Paolo Sorrentinos La Grande Bellezza – Die große Schönheit gesehen und bin mir mit mir selbst einig: Einer der besten Filme der letzten Jahre.
Dabei sehe ich den Film gegen den Strich: Eigentlich soll man ob der Inhaltsleere der Dekadenz der römischen Oberschicht erschauern, ich delektiere und berausche mich aber eher an der hypnotischen Schönheit des Films. Ein frappierender Filmmoment nach dem anderen, und das fast 2 1/2 Stunden lang. Gestern ist der Film jetzt auch in Deutschland auf DVD und BD erschienen – ganz klarer Kaufbefehl, am besten heute noch zuschlagen!
Noch eine Nachwirkung des Films: Raffaella Carràs Disco-Klassiker „A far l’amore comincia tu“ läuft bei mir als Club-Mix von Bob Sinclar „Far L’Amore“ jetzt wieder in Dauerschleife.
Ich verlinke mal unten einen Clip, in welchem man die Schönhet des Films etwas erahnen kann, unterlegt natürlich von dem Carrà-Song.

Heute Nacht: Oscar-Live Berichterstattung auf Twitter!

Heute Nacht werde ich mal wieder minus 3-4h Schlaf investieren um Oscar.com sehen zu können, da ich anders als in den letzen Jahren morgen früh mal keine Termine habe, die mich daran hindern.

Wie vor ein paar Jahren mal in meinem Blog, werde ich dieses Jahr wieder live darüber schreiben, diesmal auf meinem Twitter-Account.

Wer mir da folgen oder mitdiskutieren möchte, bitte gerne:

http://twitter.com/OliverNaujoks

Ich freue mich, wer sich dort anmeldet und mir folgt. Man braucht sich aber nicht anmelden, sondern kann auch auf der eben genannten Seite einfach mitlesen (dann muss man ggf. aber häufig Reload klicken)

Ab kurz vor 1.30 Uhr heute Nacht werde ich loslegen.
(Im Prinzip könnte ich das auch parallel hier machen, wüsste aber nicht wie, da würde ich mich zu sehr verheddern, wenn ich das an zu vielen Orten gleichzeitig mache)

Gelesen: The Land Across von Gene Wolfe

The Land AcrossThe Land Across by Gene Wolfe
My rating: 3 of 5 stars

Amerikanischer Reiseschriftsteller wird in einem nicht näher genannten osteuropäischen Land verhaftet, sein Pass ihm weg genommen, warum, weiß er nicht. So weit, so Kafka. Was dann aber folgt, ist deutlich seltsamer. Was sich wie die Anfängerfehler eines schriftstellerischen Neulings liest, seltsame Brüche in Figurenmotivation, Handlungführung und andere Unerklärlichkeiten sind tatsächlich bewusst kalkulierte Irritationen des großen alten Herren Gene Wolfe. Auch andere Seltsamkeiten bevölkern regelmäßig den Roman, wir begegnen schwarzen Schatten, Voodoo-Puppen, Hexen, einem seltsamen Kult und so weiter, alles häufig im Vagen und Ungefähren belassen.

Das liest sich alles ziemlich unkonventionell (der zunächst verzärtelt wirkende US-Held heuert bei dem Geheimdienst dieses Landes an und überlegt später in der Handlung schon mal, einer fliehenden Frau von hinten in die Beine zu schießen..), auch hat der Autor viel Spaß damit, mit der ‚vierten Wand‘ zu spielen, der Held spricht häufig mit dem Leser. Ein großer Wurf ist das Buch aber nicht, dafür wird dem Leser viel zu wenig klar, warum er das alles lesen soll; die Geschichte kommt eher dröge und langatmig daher, obwohl das Buch (ein Glück!) nicht mal 300 Seiten lang ist. Das liegt daran, dass der Autor dem Leser keine Möglichkeit bietet, vielleicht auch das wieder ein Spiel auf der Meta-Ebene, irgend etwas in die doch eher blassen Figuren zu investieren. Am Ende warnt der Autor vor Diktaturen. Die er vorher als verführerisch dargestellt hat, mit verführerischen Agentinnen und großherzigen Diktatoren. So geht Dialektik.

Ganz nett zu lesen und durchaus originell, aber auch etwas anstrengend. Und angestrengt.

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